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Mädchen und Frauen mit ADHS

Überraschend anders

Von Pubertät bis Menopause: Wie Frauen in jeder Lebensphase ihr volles Potential ausschöpfen

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Mädchen und Frauen mit ADHS
Lotta Borg Skoglund
Verlag
Trias; 1. Aufl. 2025
ISBN-Nummer
978-3-43211955-7
Preis
24,00 €

Hier ist es – ein bemerkenswertes, neues Buch für Frauen und Mädchen mit ADHS.

„Bei ADHS geht es nicht darum, zu wissen, was man tun sollte, sondern, das zu tun, was man tun sollte“. Dieses Zitat des amerikanischen Psychiaters Russell A. Barkley beschreibt treffend das Störungsbild für alle Geschlechter.

Lotta Borg Skoglund stellt es auf die ersten Seiten ihres Buches. Es ist recht frisch im Februar 2025 erschienen. Die schwedische Autorin ist Psychiaterin und selbst betroffen. Die Diagnose hat sie mit ca. 24 Jahren erhalten. In ihrem Fachgebiet hat sie sich auf ADHS bei Mädchen und Frauen spezialisiert und ist als internationale Expertin anerkannt.

Mit der Diagnose haben sich Türen geöffnet. Sie stellt fest „Je mehr man sich um sich selbst kümmert, desto mehr Energie hat man für andere Dinge“. Sie ist noch immer dieselbe, aber die Angst ist verschwunden und schämt sich nicht mehr für sich selbst.

Zunächst erklärt die Autorin grundlegende Themen wie Symptome des Störungsbildes, Funktionsweise des Gehirns, Bedeutung von Dopamin und die exekutiven Funktionen. Weiter behandelt sie Beziehungen, Komorbiditäten, Arbeitsleben und Behandlungsmöglichkeiten. Wenn wichtig, beschreibt sie die Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Zentrales Thema sind natürlich Mädchen und Frauen mit ADHS. Hier geht sie ausführlich auf weibliche Aspekte ein. Es geht darum, dass Mädchen seltener oder später diagnostiziert werden als Jungen, Pubertät, Hormone allgemein, Menstruationszyklus, PMS und PMDS, Sexualität, Schwangerschaft und die Zeit danach, Wechseljahre und später.  Wie es ist, ein Kind mit ADHS zu haben oder ein Kind von ADHS-Eltern zu sein. Und auch was es schwierig macht, eine/n Partner:in mit ADHS zu haben.

Wie die Störung auf alles einwirkt. Und wie hilfreich das Wissen über die Zusammenhänge ist.

Weiter setzt sich u. a. Lotta Borg Skoglund damit auseinander,

- dass in der Forschung immer noch zu wenig die Unterschiede bei Männern und Frauen beachtet

  werden,

- dass Frauen auch heute unter einem hohen Erwartungsdruck stehen,

- dass die „Superkraft“ bei ADHS, die inzwischen so betont wird, überschätzt wird. Diese erhöht

  eher den Stress,

- dass soziale Schwierigkeiten unterschätzt werden,

- wie wichtig die Kontrollfunktion im Gehirn für gutes soziales Verhalten ist,

- dass Themen wie die Wirkung der Pille, Auswirkungen im Alter und das Demenzrisiko bei ADHS

  noch nicht ausreichend erforscht sind,

- wie schwierig eine Abgrenzung von ADHS und Autismus sein kann, da Symptome leicht missverstanden werden.

Dabei ist das „Wie“ wichtig. Es ist sprachlich klar geschrieben und auch für „Einsteiger:innen“ verständlich. Die Stärke liegt in den Informationen und der Art, diese gut zu erklären. Es ist für alle geeignet, die sich das erste Mal mit dem Bereich beschäftigen wollen sowie für alle ADHSlerinnen, die mehr über weibliche Themen erfahren möchten.                                                                                                                                                                                               

Lest selber – es lohnt sich.

Wer mehr über die Autorin erfahren will, kann dies unter www.borgskoglund.se/en und auf Instagram unter „lottaborgskoglund“ tun.

 

Monika Volkmann