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Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S

Warum sie so besonders sind und was sie stark macht

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Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S
Christine Carl, Ismene Ditrich, Christa Koentges, Swantje Matthies
Verlag
Beltz, 4. Auflage 2023-08-06
ISBN-Nummer
978-3-407-86704-9
Preis
20,00 €

Viele Frauen und Mädchen wissen nicht, dass sie eine ADHS haben – und das ist gut so. Sie werden für ihren schnellen Blick geschätzt, ihre Lebendigkeit und Spontaneität, ihre Vorstellungskraft und ihr soziales Engagement. Und ihr Hang zum Chaos, ihre Verpeiltheit wird wohlwollend als Teil ihrer Persönlichkeit betrachtet. Und sie leben gut mit ihren Besonderheiten.

Andere Frauen und Mädchen wissen ebenfalls nicht, dass sie eine ADHS haben – und das ist nicht gut so. Denn sie sind mit ihrem Leben unzufrieden und wünschen sich Herausforderungen. Gleichzeitig fühlen sie sich von den Anforderungen, die an sie gestellt werden, überfordert und quälen sich mit Routinen. Nicht selten werden sie abgelehnt, ausgeschlossen oder gekündigt. Und von diesen Frauen berichten die Autoren. Denn immer noch wird ADHS bei Frauen zu oft übersehen. Nicht selten werden nur die Komorbiditäten erkannt wie Angststörung, emotionale Dysregulation, Depression.

In 9 Kapiteln bringen die Autorinnen, Mitglieder der Freiburger Arbeitsgruppe ADHS den Lesern die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S nahe. Die letzten 2 Kapitel sind der Therapie von Selbsthilfe über psychoedukative Maßnahmen bis zur Medikation und Verhaltenstherapie gewidmet.

Kommentar

Das Buch lebt von der langjährigen praxisorientierten Erfahrung der Autorinnen mit Frauen mit einer ADHS. Es ist auch nach einem anstrengenden Arbeitstag gut zu lesen und wird durch Tabellen und Arbeitsanweisungen aufgelockert. Es ist nicht nur Selbstbetroffenen mit einer ADHS zu empfehlen, sondern auch allen Ärzten und Therapeuten, die junge Mädchen und Frauen mit einer ADHS betreuen. Und vielleicht hilft es ja sogar dabei, dem Kinderarzt bei Müttern mit einer ADHS diese zu erkennen und eine Diagnostik und Behandlung zu veranlassen. Den Betroffenen selbst, aber auch der ganzen Familie, wäre damit sehr geholfen – und auch der Praxis: Termine werden dann verlässlicher wahrgenommen.

Kirsten Stollhoff