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Igelino hat Hummeln im Bauch

Aufmerksamkeitsstörungen kindgerecht erklärt

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Igelino hat Hummeln im Bauch
Lisa Pongratz
Verlag
Springer, 2022
ISBN-Nummer
978-3-66-264426-3
Preis
14,99 €
Kaufen bei Diana Künne, Pädagogischer Verlag und Buchhandlung

Das Buch hält, was der Klappentext verspricht: 

Jedes Buch der Serie vom kleinen Igel Igelino thematisiert eine häufig vorkommende psychische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die Geschichten und Erklärungen sind auf kindgerechte, enttabuisierende Weise gestaltet und von einem jungen, künstlerischen Talent illustriert.
Mit diesem Ratgeber erhalten Eltern und Angehörige die Möglichkeit, ihren noch jungen Kindern mit Hilfe der Geschichte von Igelino die menschliche Psyche im Falle einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) altersgerecht verständlich zu machen. Hierbei liegt der Fokus jedoch nicht auf der eigenen Erkrankung bzw. den eigenen Symptomen, sondern auch in der Vermittlung von Wissen über psychische Störungen bei Familienmitgliedern, Freund*innen oder Klassenkamerad*innen mit Verhaltensauffälligkeiten. Eltern erhalten darüber hinaus wichtige grundlegende Informationen zur psychischen Störung, Tipps, wie eine solche Störung erkannt (und von anderen Verhaltensauffälligkeiten abgegrenzt) werden kann, wie man sich gegenüber Betroffenen verhält, sowie Informationen über Therapiemöglichkeiten, Anlaufstellen für Hilfsangebote und eigenständig durchführbare Interventionen in Form von Ressourcenübungen.

Die Idee und Umsetzung des Buchs ist innovativ und gelungen. Das Buch ist nur 60 Seiten kurz, die Autorin schafft es dennoch, kurz und prägnant, alle Themen anzusprechen. Da ADHS eine hohe genetische Disposition aufweist, ist diese Kürze sicher für viele betroffene Eltern hilfreich, das Buch komplett zu lesen.

Kritisch ist die Darstellung der psychosozialen Einflüsse im Kapitel Risikofaktoren zu sehen, hier z.B. die Aussage „Nicht selten zeigen sich psychische Auffälligkeiten bei den primären Bezugspersonen, wodurch die Kinder und Jugendlichen stark belastet sind. Insbesondere narzisstische, depressive oder antisoziale Persönlichkeitsstrukturen bei den Kindeseltern können bei Kindern hyperaktives Verhalten auslösen.“  Hier wird von einer möglichen Kausalität ausgegangen, obwohl es sich vermutlich um eine Korrelation handelt   Bei den Übungen ist anzumerken, das „Progressive Muskelentspannung“  bei ADHS eher ungeeignet ist; außerdem werden Belohnungssysteme nicht erwähnt und diskutiert.

Leider wird nur allgemein auf die Selbsthilfe hingewiesen und nicht auf die ADHS-Selbsthilfeverbände in Deutschland (www.adhs-deutschland.de ) , in der Schweiz (www.elpos.ch) und in Österreich (www.adapt.at).