- Rezension
Das Erstlingswerk von Veronique Hübner (Jahrgang 1972, zwei Söhne, ein Kater und - nach eigenen Angaben - stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen) richtet sich direkt an Kinder, die Hirnsalat kennen.
Geeignet ist es für alle, die an Neurodiversität interessiert sind und sogar an alle, die sich bisher kaum mit diesem Themenkreis beschäftigten. Es ist ein wunderbares Buch. Die Aufmachung ist kindgerecht und auch für betroffene Kinder passgenau gestaltet. Schriftbild und Illustrationen sprechen jeden Leser und jede Leserin an. In kurzen Sätzen wird über die verschiedenen Möglichkeiten und Ursachen von Hirnsalat aufgeklärt.
Kindgerecht werden die alltäglichen Probleme von vier Kindern in kleinen Geschichten erzählt. Jedes Kind hat eine andere Ursache für den immer wiederkehrenden Hirnsalat und die Lesenden werden in die individuellen Lebenswelten mitgenommen. Man begleitet die Kinder in ihren Irritationen und ihren Versuchen, für sie unvorhergesehene Situationen zu bewältigen. Aufgrund ihrer Denk- und Empfindungsmuster erleben sie immer wieder frustrierende Situationen und sind zunehmend verunsichert.
Oskar ist verzweifelt und alles dreht sich in seinem Kopf, weil sich auf seinem Toastbrot die FALSCHE Marmelade befindet – Hirnsalat!
Lea wird mit dem Satz „Alle Kinder müssen jetzt aufräumen“ jäh aus einem Phantasiespiel katapultiert, steht hilflos da und wird kritisiert, dass sie nicht mithilft – Hirnsalat!
Noah möchte gerne Freundschaft schließen und verbaut sich mit nur von ihm lustig empfundenen Gesten und Aktivitäten die Sympathie anderer Kinder – Hirnsalat!
Nancy hat Angst, die Kontrolle zu verlieren. Sie reagiert zunächst mit gespielter Coolness und schaltet dann ab. Das wirkt in ihrem Umfeld provokant – Hirnsalat!
Alle vier Kinder kennen das Gefühl von Aufregung und innerer Unruhe. Alle kennen sie auch das Gefühl des Nichtverstandenwerdens und einer diffusen Angst. Alle fühlen sich alleine und einsam.
Die vier Kinder finden sich und erkennen, dass es auch andere Kinder mit solchen Problemen gibt.
Sie sind erleichtert und erzählen sich von ihren Gefühlen. Sie können sich verstehen und nehmen Rücksicht auf die individuellen Besonderheiten. Sie gründen den Hirnsalatklub.
Das Buch hilft Kindern, sich selbst und andere Kinder besser zu verstehen und zeigt erfolgreiche kreative Umgangsmöglichkeiten miteinander auf.
Der Erwachsenenleserschaft zeigt das Buch auf, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen und die treibenden Strukturen hinter dem Verhalten zu erfassen. Dies kann dann zu einem passenden Umgang mit den Verhaltensmustern führen und stärkt Vertrauen und Sicherheit.
Die möglichen Ursachen für diese individuellen Verhaltensweisen werden sehr knapp und pauschal beschrieben. Auf Klassifizierungen im neurodiversen Spektrum wird verzichtet. In wenigen Sätzen wird auf Vererbung und Giftstoffe in der Schwangerschaft und Traumatisierung hingewiesen.
Irgendwie findet jeder Leser, jede Leserin sich ein bisschen selbst wieder und kennt vielleicht auch die beschriebenen Situationen aus eigener Kindheit, von den eigenen oder anderen Kindern und aus Erzählungen. Es wird klar, dass die beschriebenen Verhaltensmuster nicht Provokationen, sondern durch Nöte erzeugte Reaktionen sind. Besonders betroffenen Kindern, deren Bezugspersonen und Freunden kann dieses Buch sehr wertvolle Hilfe in der Orientierung und im Umgang mit „Hirnsalat“ geben.
Adele Cordes
2. Rezension
1. Um was geht es?
In diesem Buch erleben vier unterschiedliche Kinder aus verschiedenen Gründen ein Chaos im Gehirn. Es geht in diesem Buch um Noah, Lea, Oskar und Nancy.
Sie kommen mit anderen Kindern (oder Erwachsenen) nicht zurecht und sind deswegen manchmal einsam und traurig. Zum Glück werden sie Freunde und können sich gegenseitig helfen.
2. Meine Meinung:
Ich finde das Buch interessant, weil die Geschichten der Kinder jeweils aus ihrer Sicht erzählt werden. Die Kinder haben ganz unterschiedliche Probleme und die finde ich sehr spannend.
3. Geeignet für (sehr / mittel / wenig):
Kinder 3 – 6 Jahre – mittel
Kinder ab 6 Jahre – sehr
Kinder ab 8 Jahre – sehr
Erwachsene - mittel
Kinder, die selbst Hirnsalat erleben – sehr
Eltern von Kindern, die Hirnsalat kennen – sehr
Hilft es Kindern, sich selbst besser zu verstehen? – sehr
Hilft es Kindern, andere Kinder besser zu verstehen? – sehr
Hilft es Eltern, ihre Kinder besser zu verstehen? – sehr
Ist das Buch für Kinder gut gemacht? – sehr
Finden sich in dem Buch Tipps und Ideen, die helfen? – sehr
Welche?
- Man soll in der Schwangerschaft kein Alkohol trinken (S. 34).
- Es hilft, wenn man viel mit Freunden unternimmt und weiß, dass man nicht alleine ist mit seinem Hirnsalat.
Levi Stolze, 10 Jahre