Ratgeber
Der Autor rät folgende Strategien:
- Die reflexive Rechtschreibstrategie
Bevor ein Kind vorschnell losschreibt, soll es kurz innehalten und sich fragen… um welches Wort handelt es sich und es sagen.
Ist das Wort ein Substantiv (Namenwort oder Dingwort), wird es groß- oder kleingeschrieben?
Dann das Wort Buchstabieren.
- Muss es einen Auslaut verlängern werden? z. B. Hund - Hunde
Damit soll impulsives Schreiben verzögert werden. Erst denken dann schreiben.
Überlegt ein Kind zu lange, wird ein Stopp-Zeichen hochgehalten, damit es nicht zu lange überlegt. „Du hast genug überlegt.“ Die Aussagen des Kindes werden nicht kommentiert. Bei Go “jetzt kannst du schreiben.“ Korrigieren sie nicht, wenn ihr Kind etwas Falsches sagt. Ihr Kind hat ein Recht auf seine Fehler! Es wirkt nachhaltiger, wenn ihr Kind den Fehler später entdeckt.“
Sammeln sie alle falschen Worte des Kindes auf einzelnen Zettel und legen Sie sie in eine Dose. Täglich, möglichst zur gleichen Zeit, zieht ihr Kind mehrere Zettel und schreibt das Wort auf. Hat es das Wort im Laufe der Zeit 5x richtig geschrieben, wird der Zettel weggeworfen, der Fehler wurde besiegt und es gibt eventuell eine kleine Belohnung.
Nach und nach gibt es noch mehr Vor- oder auch Nachüberlegungen.
- Enthält das Wort eine Besonderheit nach langem Vokal (Dehnungs- h, Doppelvokal „ie“)?
- Enthält das Wort eine Besonderheit nach kurzem Vokal
(Doppelkonsonant, ck, tz, Konsonantenhäufung)?
- Von hinten Buchstabieren, Lautanalyse usw.
- Silbentanzen, z. B. Hundehütte
Zitat: „Jeder Armschwung entspricht einer Sprechsilbe und macht ihren Anfang (links oben) sowie ihr Ende (rechts oben) deutlich. Er dient der Silbenspeicherung auf motorischer Ebene und soll deshalb stets als große Bewegung ausgeführt werden.“…Unter Umständen ist es nützlich vor dem Kind stehend seinen Arm zu führen oder den Fuß beim Schreiten anzuschieben.“
Es wird noch empfohlen mit dem Finger an die Decke, in der Luft zu schreiben.
Ich bin Erzieherin und Tischlerin mit ADHS und Rechtschreibschwäche und kann, nach meiner Berufs- und Lebenserfahrung, das Buch mit seinen Methoden nicht empfehlen. Vielleicht habe ich auch nicht alles verstanden.
Der Autor schreibt auf Seite 112, dass die Fragen, die mit Lauten und Klang zu tun haben, für Kinder mit auditiven Wahrnehmungsstörungen (Hör- Differenzierungs-schwäche) eine spezielle Fachkraft brauchen. Ich behaupte, dass fast alle Kinder mit ADHS und Rechtschreibschwäche diese Hör- Wahrnehmungsschwäche/Störung haben.
Das Buch hat mich auf- und angeregt, einen Ratgeber für diese Kinder, ihre Eltern und Grund-Schullehrer:innen zu schreiben.
Die Rechtschreibschwäche kommt bei jedem neuen Fremdwort wieder.
Lesen und schreiben lernen muss nicht neu erfunden werden.
Schreiben lernt man durch ab-schreiben und vorsprechen (lesen), mit ganzen Wörtern und ganzen Sätzen. Mit vielen Wiederholungen und wenigen Regeln in deutscher Sprache.
Vokal und Konsonant, Verb und Adjektiv kann ich mir bis heute nicht merken. Ich schreibe intuitiv richtig und lese gern vor. Englisch habe ich, wegen der Hör-schwäche, nie richtig sprechen gelernt. Das kleine Latinum habe ich geschafft, weil lateinische Worte, wie im Deutschen gelesen und geschrieben werden………bis auf wenige Ausnahmen.
Leider braucht man zum Voll-Abitur zwei Fremdsprachen, das verhindert ein Studium an der Universität. Denn das Studium der Sprachen gilt als Königsdisziplin.
Es werden aber nicht nur Dichter, Denker und Schriftgelehrte gebraucht.
Helga Dreyer